Mit dieser Website möchten wir einerseits die Anthroposophische Meditation bekannter machen und andererseits die Vielfalt der verschiedenen Ansätze aufzeigen.
Wir führen Interviews mit verschiedenen Meditationslehrern und stellen diese in einen kommentierenden und erläuternden Zusammenhang, in dem auch die Hintergründe und praktischen Anwendungsmöglichkeiten der Anthroposophischen Meditation dargestellt werden.

 

Einführung

Die Anthroposophische Meditation beschäftigt sich nicht nur heilend mit der eigenen Innenwelt, sondern richtet sich auch forschend an unsere Umwelt in ihren unterschiedlichen Wirklichkeitsebenen. Ziel ist es, ein inneres, seelisches Instrument auszubilden, womit sowohl die Innen- als auch die Außenwelt in weit umfangreicherer Art beobachtet werden können, als dies unser alltägliches Denken und Wahrnehmen vermögen.

Anthroposophische Meditation

Der Begriff „Meditation“ ist allgegenwärtig. Sowohl im Alltag als auch in der Medizin oder Psychologie findet Meditation immer mehr Anhänger. Sie steht für den Gegenpol unserer flüchtigen, inhalts- und bilderüberladenen Gesellschaft, für Entschleunigung, Selbstbesinnung, Stressbewältigung, psychischer und physischer Heilung. Mit Meditation wird meist Yoga, Buddhismus oder Zen-Meditation in Verbindung gebracht. Das „Leer-werden“ oder die „Gedanken-zur-Ruhe-bringen“ als wohltuende Abwechslung zum angespannten Alltagsleben. An vielen Orten lässt sich Meditation in Kursen und Seminaren erlernen.

Seit etwa 15 Jahren wird nun auch vermehrt Anthroposophische Meditation in Kursen angeboten. Die Meditationslehrer bedienen sich dabei eines reichen Fundus an Beobachtungsmethoden für Objekte, Bilder, Sprüche aus der Anthroposophie Rudolf Steiners, die auf unterschiedliche Weise individuell weiterentwickelt wurden.

Anders als östlich inspirierte Meditationsformen beschäftigt sich die Anthroposophische Meditation nicht nur heilend mit der eigenen Innenwelt, sondern richtet sich auch forschend an unsere Umwelt in ihren unterschiedlichen Wirklichkeitsebenen. Ziel ist es, ein inneres, seelisches Instrument auszubilden, womit sowohl die Innen- als auch die Außenwelt in weit umfangreicherer Art beobachtet werden können, als dies unser alltägliches Denken und Wahrnehmen vermögen. Somit hat Anthroposophische Meditation sowohl eine beruhigende, heilende Wirkung, richtet sich aber gleichzeitig auch auf nichtsinnliche Ebenen unseres Daseins, die so bewusst in praktische Alltagsfragen mit einbezogen werden können.

Nach einer Pionierphase, bei der viele Forscher und Meditationslehrer zunächst einen eigenen Stil ausbildeten, stehen viele von ihnen nun in engerem Austausch, sodass sich ein Verständnis Anthroposophischer Meditation in ihrer Grundhaltung, aber auch in ihrer Vielfalt immer deutlicher herauskristallisiert. An diese Entwicklung knüpft unser Projekt an.

Stufen meditativer Erkenntnis

Aus der Anthroposophie Rudolf Steiners (1861-1925) sind besondere Formen der Meditation hervorgegangen, die zu vertieften, spirituellen Einsichten in das Leben und innere Wesen des Menschen und der Natur führen können. Steiner hat sie unter anderem in seinen Schriften »Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?« (1904-08) sowie »Die Geheimwissenschaft im Umriss« (1910) ausführlich beschrieben.

Auf einem klar verständlichen und systematisch aufgebauten Weg innerer Schulung und Selbstentwicklung können die eigenen seelischen Fähigkeiten durch meditatives Üben so intensiviert und erweitert werden, dass dadurch übersinnliche Anteile der Wirklichkeit erfahrbar werden.

Durch Konzentration und Verstärkung des Vorstellens wird es möglich, die meditierten Inhalte nicht nur als fertige Objekte anzuschauen, sondern die Kräfte zu erleben, die in ihnen wirken. So können die Wachstumskräfte von Pflanzen erlebt werden oder auch die subtilen Reaktionen des eigenen Körpers auf bestimmte Nahrungsmittel oder auf technische Geräte. Kräfte, die in Gesundheit oder Krankheit wirken, können differenziert wahrgenommen werden sowie Kräfte, die soziale Zusammenhänge gestalten. Rudolf Steiner bezeichnete die Fähigkeit, solche wirksamen Kräfte in inneren, dynamischen Bildern vorzustellen, als Imagination.

Wird das Fühlen durch meditatives Üben zur Wahrnehmungsfähigkeit verfeinert und geöffnet, so kann man dadurch zu einem tiefen, empathischen Verständnis der meditierten Inhalte, ihrer Bedeutungen und Zusammenhänge gelangen (von Steiner als Inspiration bezeichnet). Schließlich kann man durch die Hingabe des eigenen Wollens an das Sein des meditierten Inhaltes ein sicheres, inneres Wissen über das andere Wesen erreichen (Intuition).

Die übende, meditative Vertiefung der Seelenfähigkeiten führt über kurz oder lang auch zu einer Begegnung und Auseinandersetzung mit den Schattenseiten der eigenen Persönlichkeit und stellt einen Ausgangspunkt zu ihrer allmählichen Verwandlung dar. Auch hierzu regte Rudolf Steiner eine Vielzahl von Übungen an.

Imagination

Inspiration

Intuition

SEELENFÄHIGKEIT  |  Vorstellen

ÜBUNG  |  Konzentration und Intensivierung

ERKENNEN  |  Erleben der Bildekräfte der Natur, Gesundheitskräfte, soziale Gestaltungskräfte

SEELENFÄHIGKEIT  |  Fühlen

ÜBUNG  |  Achtsame Verfeinerung und Öffnung

ERKENNEN  |  Wissendes Fühlen der Bedeutungen und Zusammenhänge des Meditierten

SEELENFÄHIGKEIT  |  Wollen

ÜBUNG  |  Hingabe (sich von dem Anderen erfüllen lassen)

ERKENNEN  |  Sicherheit über das innere Wesen (So-Sein) des Meditierten

Unsere Projektziele

Anthroposophische Meditation ist ein Begriff, unter dem sich, wie oben beschrieben, mehrere Grundrichtungen, Methoden und viele verschiedene Übungen zusammenfassen lassen. Das Projekt möchte diese Stärke durch die Vielfalt der unterschiedlichen Ansätze aufzeigen, aber auch immer wieder auf den gemeinsamen Kern, die gemeinsame Identität dieser Meditationsform hinweisen.

Wir möchten ein Wissen über dieser Meditations-Richtung, wie sie im Moment lebt, an interessierte Menschen vermitteln und ihnen ein lebendiges Bild geben, was sie in Kursen und durch eine aktive Praxis erreichen können, worauf es ankommt und an wen sie sich für weiterführende Fragen und Fortbildungen wenden können.

Außerdem soll das Projekt auch den Dialog innerhalb der aktiven und fortgeschrittenen Forschungs- und Meditationsgemeinschaft unterstützen, da die unterschiedlichen Ansätze und Methoden anschaulich herausgearbeitet werden.

Das Projekt: Handbuch und Internet-Blog

Das Projekt Anthroposophische Meditation beinhaltet sowohl ein Handbuch als auch einen Internet-Blog.

Das Handbuch gliedert sich in mehrere Teile: Zunächst gibt es einen Überblick über die Anthroposophische Meditation, über die verschiedenen Stufenübersinnlicher Erkenntnis sowie die unterschiedlichen Wirklichkeitsbereiche (ätherische Welt, astrale Welt, rein geistige Welt), die mit dieser Erkenntnismethode zumindest in Anfängen selbstständig erkannt werden können. In einem zweiten Teil stellen wir die Akteure in kurzen Portraits und Interviews vor und zeigen deren Forschungen auf. Im dritten Teil werden einzelne Übungen der unterschiedlichen Lehrer aufgeführt und erläutert, die sich in der Praxis, insbesondere in Gruppen bewährt haben.

Der zweite wichtige Bestandteil unseres Projekts ist der Internet-Blog. Dort können die Interviews in viel umfänglicherer Form als in dem Buch präsentiert werden. Die Interview-Partner sind erfahrene Meditationslehrer und -forscher. Schwerpunkte der Interviews liegen auf der Kurspraxis und der Beschreibung konkreter Übungen. Ferner werden auch die individuellen Forschungsgebiete und relevante Aspekte der individuellen Biografie umrissen.

Da die meisten Interview-Partner sich zu einem Video-Interview entschlossen haben, werden wir die Interviews in Form von 10-15-minütigen Filmsequenzen präsentieren. Dadurch kann ein umfassenderes Bild des Interview-Partners und der verschiedenen Meditationsformen auch in ihren vielschichtigen Anwendungen vermittelt werden.

An wen wir uns wenden

Das Projekt wendet sich somit in erster Linie an interessierte Menschen, die Anthroposophische Meditation kennen lernen möchten. Vorkenntnisse in der Anthroposophie werden dabei nicht erforderlich sein, sondern die Bereitschaft, an sich zu arbeiten sowie das Interesse an und die Offenheit für neue Erkenntnis-Ebenen. Wir hoffen, damit auch für Menschen in den verschiedenen anthroposophischen Praxisfeldern noch bessere Zugänge zur Anthroposophischen Meditation zu ermöglichen.

Ferner möchte das Projekt auch den fachlichen Dialog innerhalb der Forschungs- und Lehrgemeinschaft fördern.

Projektverantwortliche

Für das Projekt sind hauptverantwortlich tätig:

Dr. Christoph Hueck (Projektkonzeption, Buchprojekt) und Sebastian Knust (Projektkonzeption, Interviews und Internetseite).

Unterstützt werden sie unter anderem durch Florian Klesczewski (Kameraführung, technische Unterstützung), Tamara General (Transkripte) und Fabian Knust (Rohschnitt).

Wir danken herzlich den Interview-Partnern und Projektförderern, die dieses Projekt ermöglicht haben!